Gemeinschaft erleben, einen eigenen Rückzugsort haben und Schritt für Schritt selbstständiger werden: Dafür ist die Wohngruppe Joachimstraße in Neumünster konzipiert. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Volljährige und sieht zehn Plätze in der vollstationären Jugendhilfe vor.
Gut angebunden im Wohnviertel
Die Wohngruppe liegt in einem gewachsenen Wohnumfeld. Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung und Beratungsangebote sind gut erreichbar. Auch Schulen, berufsvorbereitende Angebote und Ausbildungsbetriebe liegen in erreichbarer Nähe.
Die Anbindung an Bus und Bahn erleichtert es den jungen Menschen, eigene Wege zu gehen – zur Schule, zur Ausbildung oder zu Freizeitaktivitäten. Sportvereine, Jugendzentren, kulturelle Angebote und Grünflächen bieten Möglichkeiten, Interessen zu entdecken und Kontakte außerhalb der Wohngruppe zu knüpfen.
Zusammen kochen, essen und Alltag gestalten
Das Herz des Hauses ist der großzügige Gruppen- und Speiseraum. Auf rund 65 Quadratmetern ist Platz für gemeinsame Mahlzeiten, Freizeitaktivitäten, Gruppengespräche und Hausversammlungen. Hier kommen die jungen Menschen zusammen und gestalten das Leben in der Wohngruppe mit.
Auch die Küche gehört zum gemeinsamen Alltag. Mahlzeiten zuzubereiten, den Haushalt zu organisieren und bewusster mit Ernährung umzugehen, bietet viele Gelegenheiten, praktische Fähigkeiten zu erproben. Der Garten schafft zusätzlichen Raum für Erholung und Aktivitäten im Freien.
Ein eigener Bereich zum Wohlfühlen
Sechs Einzelzimmer im ersten Obergeschoss bieten mit jeweils mindestens 22 Quadratmetern viel Platz für persönliche Gestaltung. Ein eigenes Zimmer bedeutet Privatsphäre und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Zugleich entsteht ein eigener Verantwortungsbereich, den die Jugendlichen nach ihren Vorstellungen mitgestalten können. Zwei gemeinschaftlich genutzte Duschbäder ergänzen diese Etage.
Im zweiten Obergeschoss befinden sich vier Apartments mit jeweils eigenem Duschbad. Sie sind insbesondere für ältere Jugendliche und junge Volljährige vorgesehen, die weitere Schritte in Richtung Selbstständigkeit gehen. Die Anbindung an die pädagogische Begleitung bleibt dabei bestehen.
Verlässliche Begleitung – auch wenn es schwierig wird
Das Betreuungskonzept sieht pädagogische Präsenz rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres vor. Fachkräfte begleiten die jungen Menschen im Alltag und stehen auch in belastenden Situationen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Zusätzliche Unterstützung in der Gruppenbetreuung und eine Hauswirtschaftskraft ergänzen das Team.
Die Begleitung umfasst schulische und berufliche Fragen ebenso wie lebenspraktische Fähigkeiten und die Unterstützung bei Terminen. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsbetrieben, Behörden und Sorgeberechtigten sowie die gemeinsame Hilfeplanung gehören dazu. Ein separater Besprechungsraum bietet einen Rahmen für persönliche Gespräche und die Abstimmung mit den Beteiligten.
Auch die Energieversorgung ist mitgedacht
Eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage gehören zur technischen Ausstattung des Hauses. Sie unterstützen eine energieeffiziente und nachhaltigere Versorgung des Gebäudes.
Unterstützung in einer schwierigen Lebensphase
Die Wohngruppe bietet jungen Menschen einen Lebensort, wenn sie vorübergehend oder längerfristig außerhalb ihrer Familie Unterstützung benötigen. Familiäre Krisen, belastende Erfahrungen oder Schwierigkeiten im schulischen und sozialen Alltag können dabei eine Rolle spielen.
Das reguläre Angebot richtet sich an junge Menschen ab zwölf Jahren bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. In begründeten Einzelfällen kann die Begleitung bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres fortgeführt werden. Auch unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden aufgenommen. Welche Hilfe geeignet ist, wird gemeinsam mit den Beteiligten und dem zuständigen Jugendamt geklärt.
Vertrauen wächst im Miteinander
Nach dem Ankommen wird eine feste pädagogische Bezugsperson benannt. Sie begleitet die persönliche Entwicklung und bespricht mit dem jungen Menschen, was ihn beschäftigt und welche nächsten Schritte anstehen. Gemeinsame Gespräche und Aktivitäten helfen dabei, Vertrauen aufzubauen.
Der Blick richtet sich auf die ganze Person: auf ihre Geschichte, ihre Wünsche und das, was sie bereits kann. Stärken sichtbar zu machen und eigene Erfolge zu erleben, soll Mut für neue Erfahrungen geben.
Ein verlässlicher Rhythmus mit Raum für eigene Ideen
Gemeinsame Mahlzeiten, Schule oder Ausbildung, Aufgaben im Haushalt und Freizeit geben dem Tag Struktur. Anstehende Termine werden miteinander abgestimmt. Der Rahmen lässt sich an persönliche Bedürfnisse anpassen; an Wochenenden und in den Ferien ist mehr Flexibilität möglich.
Beim Einkaufen, Kochen, Umgang mit Geld oder Organisieren eigener Unterlagen lernen die Jugendlichen, ihren Alltag zunehmend selbst zu gestalten. Dazu gehört auch, Termine einzuhalten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Konflikte im Zusammenleben zu lösen.
Freizeitangebote werden mit den Jugendlichen geplant. Ob Sport, kreative Projekte, Ausflüge oder gemeinsame Ferienaktivitäten: Ihre Interessen und Ideen fließen ein. Die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften ist freiwillig. Vereine und Jugendgruppen vor Ort bieten zusätzlich Möglichkeiten, Kontakte außerhalb der Einrichtung aufzubauen.
Schule und Ausbildung gemeinsam angehen
Hausaufgaben, Lernschwierigkeiten oder die Frage nach dem passenden Beruf müssen die jungen Menschen nicht allein bewältigen. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen sie und stimmen sich mit Lehrkräften, Schulen und Ausbildungsbetrieben ab. Bei Bedarf werden zusätzliche Förderangebote oder Nachhilfe organisiert.
Ist ein regulärer Schulbesuch vorübergehend nicht möglich, bietet die pädagogisch begleitete Vormittagsgruppe einen strukturierten Rahmen. Für junge Menschen, die Deutsch lernen, sieht das Konzept außerdem Sprachförderung und die Zusammenarbeit mit externen Bildungsangeboten vor.
Mitreden, mitgestalten und Grenzen achten
Die Jugendlichen werden an Entscheidungen beteiligt, die ihren Alltag und ihre Entwicklung betreffen. Sie können ihre Zimmer mitgestalten, Gruppenregeln besprechen und eigene Wünsche in die Hilfeplanung einbringen. Ziele und pädagogische Einschätzungen werden nachvollziehbar mit ihnen besprochen.
Regelmäßige Gruppenabende schaffen Raum für Ideen, Sorgen und Kritik. Interne Ansprechpersonen und externe Beschwerdemöglichkeiten ergänzen diese Gespräche. Persönliche Grenzen, Privatsphäre und ein respektvoller Umgang miteinander gehören dabei zu den Grundlagen des Zusammenlebens.
Familie und wichtige Bezugspersonen einbeziehen
Wo es möglich ist, werden Eltern und andere wichtige Bezugspersonen in die Begleitung einbezogen. Besuchskontakte werden gemeinsam geplant. Eine Rückkehr in die Familie kann ein Ziel sein, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind.
Ist dieser Weg nicht möglich, entwickeln die Beteiligten andere Perspektiven, etwa eine weiterführende Hilfe oder mehr selbstständiges Wohnen. Wenn Angehörige nicht erreichbar sind, wird mit dem Vormund geprüft, welche anderen vertrauten Personen den jungen Menschen unterstützen können.
Der Weg in die Wohngruppe
Aufnahmeanfragen werden in der Regel durch das zuständige Jugendamt gestellt. Bei einem ersten Austausch geht es um die Situation des jungen Menschen, seinen Unterstützungsbedarf und die verfügbaren Möglichkeiten. Ein persönliches Kennenlernen in der Einrichtung hilft allen Beteiligten einzuschätzen, ob das Angebot passt.
Bei einer Aufnahme werden Ziele und Aufgaben gemeinsam im Hilfeplan vereinbart und im weiteren Verlauf überprüft. Das Konzept umfasst außerdem Inobhutnahmen für Jugendliche ab 14 Jahren: Hier stehen zunächst Schutz und Versorgung sowie die Klärung geeigneter weiterer Hilfen im Mittelpunkt. Eine Aufnahme erfolgt in Abstimmung mit dem Jugendamt und im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten.
Fragen zur Wohngruppe Joachimstraße?
Wenn Sie mehr über das Angebot, den aktuellen Stand oder eine mögliche Aufnahme erfahren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Gemeinsam besprechen wir Ihr Anliegen und die nächsten Schritte.
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